Was ist Bio?
Biologische Materialien sind Rohstoffe, die ohne künstliche Zusätze hergestellt wurden. Ausgangspunkt ist, alles auf natürliche Weise anzubauen, zu ernten oder zu sammeln, mit möglichst geringer Belastung für die Umwelt.
Bei Bio-Baumwolle bedeutet das unter anderem, dass die Pflanze nicht gentechnisch verändert wurde und dass beim Anbau weder Kunstdünger noch schädliche Pflanzenschutzmittel wie Pestizide und Herbizide eingesetzt wurden. Der Ackerboden wird durch Fruchtwechsel und andere Anbaumethoden gesund gehalten. Das sorgt für einen geringeren Wasser- und Energieverbrauch, was gut für die Umwelt, für die Baumwollbauern und für die Tiere in der Region ist.
Bei tierischen Materialien wie Wolle steht das Tierwohl an erster Stelle. Die Tiere werden gut versorgt und respektvoll behandelt, und ihr Lebensraum wird sauber, sicher und umweltfreundlich gepflegt. Mulesing, das Wegschneiden von Haut am Hinterteil zur Vorbeugung gegen Fliegenmaden, wird bei Schafen, die verantwortungsvolle Wolle liefern, nicht angewendet.
Inwieweit ist Bio nachhaltig?
Bio-Baumwolle ist in manchen Punkten umweltfreundlicher als der herkömmliche Baumwollanbau, bleibt aber eine intensive Form der Landwirtschaft. Die Baumwollpflanze braucht nun einmal viel Wasser und Land für einen guten Jahresertrag, und Bio-Baumwolle ist zudem anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.
Betrachtet man Wolle kritisch, sind auch die Schafe selbst Verschmutzer: Man denke an die Menge an Mist, Darmgasen und Urin, die sie täglich produzieren, und an die Abholzung, die mitunter nötig ist, um Platz für die Tiere zu schaffen. Gerade bei großflächiger Viehhaltung kann das durchaus negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.
Wichtig zu wissen: Der Begriff Bio sagt nur etwas über den Rohstoff aus, nicht über die weitere Verarbeitung. Manche Textilfabriken verwenden im Produktionsprozess weiterhin giftige Chemikalien und Farbstoffe, auch wenn die Baumwolle biologisch angebaut wurde.
Inwieweit ist Bio-Baumwolle fair?
Dass Baumwolle biologisch angebaut wird, ist keine Garantie für einen fairen Preis für die Bauern oder für gute Arbeitsbedingungen in der Textilfabrik. Es bedeutet auch nicht automatisch, dass keine Kinderarbeit oder Zwangsarbeit im Spiel ist. Glücklicherweise bemühen sich viele Modemarken, neben umweltfreundlicher auch ethisch verantwortungsvolle Kleidung zu verkaufen. Wenn Sie unsicher sind, achten Sie auf das Siegel Fairtrade Cotton oder das Label der Fair Wear Foundation (FWF), denn diese schauen gezielt auf die Menschen hinter dem Produkt. Suitable arbeitet nur mit nachweislich zertifizierten Herstellern zusammen.