Was ist Seide?

Für viele weckt Seide das Gefühl von zeitlosem Luxus. Die weiche Textur und der edle Glanz dieser Naturfaser haben bei Modeliebhabern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Seidenkrawatten und Manschettenknöpfe sind klassische Beispiele dafür. Die Eleganz der Seide verleiht einem Outfit zusätzliche Raffinesse, und so überrascht es nicht, dass der Stoff häufig in Abendgarderobe wie Smokingjacketts und Kummerbunden verwendet wird. Auch in lässigerer Kleidung kommt Seide heutzutage vor.

Wie wird Seide hergestellt?

Seide besteht aus dem Faden, den die Seidenraupe beim Verpuppen um sich spinnt. Dieser Faden ist manchmal bis zu einen Kilometer lang und schützt die Raupe während der Verpuppung. Bei der gängigen Produktion werden die Kokons in heißes Wasser getaucht, bevor der Schmetterling schlüpft. Das hat zwei Funktionen: Der Klebstoff zwischen den Windungen löst sich auf, und der Faden bleibt in einem Stück. Würde der Schmetterling nämlich selbst ausbrechen, würde er den Kokon durchnagen, und es blieben nur kurze Stücke übrig. Die langen Fäden werden anschließend zu Garn zusammengefügt und zu dem charakteristischen glänzenden Stoff gewebt.

Eigenschaften von Seide

Obwohl Seide leicht ist und sich zart anfühlt, gehört sie zu den stärksten Naturfasern, die es gibt. Da die Faser Feuchtigkeit effizient reguliert, trocknet Seide schnell. Außerdem isoliert sie hervorragend und hält Sie angenehm warm, ohne dick zu sein. Seide nimmt zudem Farbe gut auf, was helle und lebendige Farben ermöglicht. Die Faser ist auch für Menschen mit empfindlicher Haut geeignet, da im glatten Gewebe nur wenig Platz für Hausstaubmilben ist.

Ist Seide tierfreundlich?

Das hängt davon ab, wie sie gewonnen wird. Bei der regulären Produktion werden die Puppen getötet, solange sie noch im Kokon sind, damit der Faden in einem Stück bleibt; dafür sind pro Kilo Seide etwa fünftausend Kokons nötig. Dem stehen kleine Produzenten gegenüber, die bewusst warten, bis der Schmetterling geschlüpft ist, und danach die leeren Kokons sammeln. Diese Variante ist als Ahimsa-Seide bekannt, auch Friedensseide genannt. Sie ergibt einen etwas weniger glatten Faden, weil er aus kürzeren Stücken gesponnen wird.

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